Perspektiven zukünftiger Mobilität

Perspektiven zukünftiger Mobilität

Gesellschaften, Lebensweisen und Technologien befinden sich in einem stetigen Wandel. Dabei treffen inkrementelle Entwicklungen mitunter auf tiefgreifende soziale Prozesse, kulturelle Entwicklungen und technologische Innovationen. Die Art unserer Mobilität spiegelt diese Trends wider und gestaltet gleichzeitig deren Ausprägung. So hatte erst das Aufkommen von Smartphones und leistungsfähigem mobilen Internet das rasante Wachstum von Sharing-Diensten und vernetzter Mobilität ermöglicht. Mobilitätsformen wiederum prägen den Lebensstil junger und möglicherweise zukünftiger Generationen.

Welche Mobilitätsformen sich in Zukunft durchsetzen hängt entscheidend davon ab, wie wir unsere Städte und Regionen gestalten, welche Anstöße und Zwänge durch soziale, ökologische und wirtschaftliche Entwicklungen entstehen, welche technischen Möglichkeiten sich eröffnen und welche kulturellen Strömungen sich durchsetzen. Durch die Arbeit an technologischen und organisatorischen Innovationen ist die AG Fraunhofer-Mobility bestrebt, Entwicklungschancen einer zukunftssicheren und nachhaltigen Mobilität aktiv mitzugestalten.

Strategien für eine klimaneutrale Zukunft

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Technische Fortschritte bei Kraftstoffen und Antrieben stehen einem stetigen Verkehrswachstum gegenüber. Als bedeutender Wirtschaftsfaktor soll die Mobilität von Personen und Gütern beibehalten werden. Strategien zur Einhaltung von Klima-, Energie- und Umweltzielen sind entsprechend komplex und vielschichtig.

Die AG Fraunhofer-Mobility entwickelt hierfür Szenarien, Roadmaps und Analysen zur Unterstützung von Politik und Verkehrswirtschaft.

 

Beispielprojekte:

LivingRAIL - Vision 2050: How rail can contribute to a Europe worth living in (Projektseite, Fraunhofer ISI) – Systemanalyse, Vision und Roadmaps zur strategischen Eisenbahnplanung in der Europäischen Union bis 2050 (2012-2015).

Konzepte der Elektromobilität (Projektseite, Fraunhofer ISI) – Projekt im Auftrag des Deutschen Bundestages zur Aufarbeitung, Ergänzung und Zusammenfassung von Konzepten für Elektromobilität und deren Bedeutung für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt.

Visioning, Foresight & Roadmapping – Ansätze zur Strategiebildung und Technikvorausschau

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Entscheidungen über die Gestaltung der Mobilität der Zukunft haben oft langfristige Folgen. Wie die autogerechte Stadt der 1960er- bis 1980er-Jahre, wird auch der »grüne« Umbau heute die Stadtbilder der kommenden Jahrzehnte nachhaltig prägen. Investitionen in Verkehrsinfrastrukturen heute werden zum Teil noch in 100 Jahren Verwendung finden. Vorausschauende Entscheidungen brauchen daher fundierte strukturierte Grundlagen. Mit den Methoden des Visioning, Forecasting und Roadmapping stellt, entwickelt und verbessert die AG Fraunhofer-Mobility flexible und für viele Anwendungsfälle einsetzbare Verfahren der Zukunftsvorausschau:

  • Visioning bezeichnet eine Reihe von Methoden zur Erzeugung konsistenter Zukunftsbilder. Diese sind vor allem nützlich, um das Ziel unternehmerischen oder politischen Handelns für alle Beteiligten anschaulich zu machen.
  • Forecasting geht von der Gegenwart aus und erzeugt anhand technologischer, organisatorischer oder politischer Handlungsoptionen Szenarien für zukünftige Entwicklungen. Diese können qualitativ mittels Szenario-Techniken oder quantitativ mit Unterstützung von Simulationsmodellen gebildet und analysiert werden.
  • Roadmapping verbindet die Ist-Situation mit einer Zukunftsvision durch die Aufstellung und Verknüpfung von Treibern, Barrieren, Entwicklungsschritten und Maßnahmen. Die in der unternehmerischen Praxis entwickelte Methodik bildet einen kontinuierlichen Prozess aus Zielkontrolle und Korrektur.

Die Methoden der Zukunftsforschung lassen sich mit Methoden der Verkehrsmodellierung, der Technikfolgenabschätzung oder der Marktforschung verbinden und für unternehmerische als auch für volkswirtschaftliche Fragestellungen nutzen.

 

Beispielprojekte:

LowCarb-RFC - Klimaneutraler Güterverkehr in Europa (Projektseite, Fraunhofer ISI) – Strategische Klimaforschung im Bereich hochbelasteter Güterverkehrskorridore in Europa im Auftrag der Stiftung Mercator, Essen.

Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie II (MKS II) (Projektseite, Fraunhofer ISI / IML) – Im Auftrag des BMVI führt die Fraunhofer-Gesellschaft in Kooperation mit Partnern aus Wissenschaft und Beratung die Begleitforschung zur Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie durch. Neben Einzelstudien zu ausgewählten Fragestellungen wird hierin eine Gesamtstrategie zum Einsatz alternativer Energien und neuer Mobilitätsformen mit langfristiger Perspektive erstellt.

LivingRAIL - Vision 2050: How rail can contribute to a Europe worth living in (Projektseite, Fraunhofer ISI) – Systemanalyse, Vision und Roadmaps zur strategischen Eisenbahnplanung in der Europäischen Union bis 2050 (2012-2015).

Trends und Entwicklungen für Fahrzeugflotten

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Fahrzeugflotten zeichnen sich durch die große Anzahl von Fahrzeugen aus. Diese hohe Quantität von Fahrzeugen lässt sich systematisch steuern und beeinflussen, und bietet somit große Potentiale hinsichtlich Kosten, Umwelt und neuer Mobilitätsmodelle. Für Fahrzeugflottenbetreiber entstehen individuelle Vorteile durch die Implementierung von neuen betrieblichen Mobilitätskonzepten sowie bei der Optimierung von Kosten. Dazu kommen neben der Verwendung von alternativen Antriebstechnologien wie E-Motoren auch neue Konzepte wie Corporate Carsharing zur Anwendung. Beim Corporate Carsharing sind Fahrzeuge zum Beispiel nicht mehr bestimmten Personen oder Abteilungen zugewiesen, sondern können von allen Mitarbeitern gleichermaßen genutzt werden. Fahrzeugflotten können so als Trendsetter für neue Technologien und Konzepte in Erscheinung treten. Neben der Optimierung von Kosten und neuen Mobilitätsmodellen spielt auch die Optimierung von Big Data eine immer größere Rolle. Gezielte, aus großen Datenmengen gewonnene Informationen ermöglichen sowohl eine bessere Bedarfsermittlung als auch optimierte Einsatzplanung und können zu einer Kostensenkung beitragen.

Die AG Fraunhofer-Mobility identifiziert und analysiert relevante Trends und beschäftigt sich mit zukünftigen Entwicklungen, um so gezielte Handlungsempfehlungen für verschiedene Institutionen wie Ministerien, Verbände oder Unternehmen geben zu können.

 

Beispielprojekte:

Wie entwickelt sich der Flottenmarkt bis 2020? (Projektseite, Fraunhofer IML) – Studie im Auftrag des Verband markenunabhängiger Fuhrparkmanagementgesellschaften e.V. zu zukünftigen Entwicklungen und Trends im Flottenmarkt.

Polizeiliche Mobilität 2025 (Projektseite, Fraunhofer IML) – Studie im Auftrag des niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport zur Identifizierung relevanter Trends für polizeiliche Fahrzeugflotten.

Entwicklungen bedarfsgerechter und zukunftsfähiger Mobilitätskonzepte

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Mobilität ist eine Grundvoraussetzung für soziale Teilhabe und wirtschaftliches Wachstum. Mobilitätsbedürfnisse gestalten sich dabei individuell und sind von verschiedenen Faktoren wie Wohnumfeld, Alter oder Gesundheit sowie situativen Faktoren abhängig. Die Gewährleistung einer bedarfsgerechten Mobilität stellt eine immer größer werdende Herausforderung dar. Mobilität wird immer individueller und die voranschreitende Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten. Bedarfsgerechte und zukunftsfähige Konzepte liefern Lösungen. Diese erfordern eine Zusammenarbeit von Technologieunternehmen, Infrastrukturbetreibern und Kommunen, um bedarfsgerechte und zukunftsfähige Mobilitätskonzepte für Individualverkehr, ÖPNV oder Fernverkehr zu konzipieren und zu implementieren. Die Entwicklung von neuen Technologien wie autonomen Fahrzeugen, neuen Nutzungsmodellen wie Sharing-Angebote oder private Mitfahrgelegenheiten und multi- und intermodale Mobilitätsplattformen weisen bereits eine Richtung für zukunftsfähige Mobilitätskonzepte.

Die AG Fraunhofer-Mobility erarbeitet neue Konzepte und Anwendungen für eine bedarfsgerechte Mobilität.

 

Beispielprojekt:

ImmerMobil (Projektseite, Fraunhofer IML) - individuelle ortsbezogene Verkehrsdienstleistungen für ältere Menschen im ländlichen Raum (Projektseite, Fraunhofer IML) – Projekt, gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, zur Entwicklung einer intermodalen Mobilitätsplattform, welche auch spezielle oder private Angebote miteinbezieht.

Mobilitätsverhalten

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Mobilitätsverhalten unterliegt einem Wandel. Das eigene Wohnumfeld, Einstellungen oder sozioökonomische Faktoren sowie veränderte Lebensbedingungen – beispielsweise eine unsichere Zukunfts- und Familienplanung oder flexiblere Arbeitsverhältnisse – führen zu verändertem Mobilitätsverhalten. Es wird eine flexible und bezahlbare Mobilität gefordert. In den Städten lässt sich häufig ein anderes Mobilitätsverhalten als in den ländlichen Regionen beobachten. In den Städten verliert das Automobil zunehmend an Bedeutung, es werden vermehrt multi- und intermodale Angebote genutzt. In ländlichen Regionen lässt sich hingegen ein gegenläufiger Trend feststellen. ÖPNV-Angebote werden abgebaut und das Auto gewinnt weiter an Bedeutung, um die alltäglichen Bedürfnisse erfüllen zu können. Eine Erforschung von Mobilitätsverhalten in verschiedenen Kontexten ist die Voraussetzung, um entsprechende Angebote oder Infrastrukturen implementieren zu können. Ein bestimmtes Mobilitätsverhalten kann nur ausgelöst werden, wenn das nachgefragte Angebot bereits besteht.

Die AG Fraunhofer-Mobility erforscht Mobilitätsverhalten verschiedener Gruppen, um so bedarfsgerechte Konzepte zu erstellen und Handlungsempfehlungen für Institutionen wie Verkehrsverbünde abzuleiten.

 

Beispielprojekt:

Nahmobilität für Migranten als Bestandteil einer erfolgreichen Integrationsstrategie (Projektseite, Fraunhofer IML) – Studie, gefördert durch die HOLM-Innovationsförderung, zur Erforschung und Analyse des Alltagsmobilitätsverhalten von Migranten im Rhein-Main-Gebiet.