Stadt- und raumverträgliche Logistik

Stadt- und raumverträgliche Logistik

Eine zukunftsfähige Versorgung von Innenstädten ist auf eine nachhaltige und effiziente Logistik angewiesen. Stadtverträgliche Logistik vermeidet Engpässe in der städtischen Infrastruktur, wird nahezu geräuschlos und ohne lokale Emissionen von Schadstoffen abgewickelt. Die Möglichkeiten der intelligenten Verzahnung und Abstimmung zwischen Güter- und Personenverkehr werden konsequent genutzt, sodass die Innenstadt an Attraktivität gewinnt und Lieferverkehre im gleichen Maße effizient durchgeführt werden. Dazu gehört der Einsatz der Elektromobilität für die letzte Meile, d.h. leise Lieferfahrzeuge und leise Umschlagstechnologien, die auch nachts und konfliktfrei mit dem Personenverkehr für urbane Lieferverkehre genutzt werden können. Unterstützt durch zukunftsweisende Technologien der vernetzten Kommunikation wird der urbane Liefer- und Güterverkehr dynamisch durch den städtischen Raum geführt, ohne dabei den Verkehr zu behindern. Neue Geschäftsmodelle des Handels, der produzierenden Unternehmen sowie der Transportbranche ermöglichen die Integration dieser neuen Konzepte in den Geschäftsablauf. Hierzu werden neue Wege beschritten und althergebrachte Strukturen überdacht und novelliert. Die AG Fraunhofer-Mobility bietet hier Forschungs- und Beratungsleistungen in sieben relevanten Themenfeldern an:

  • Erstmärkte der Elektromobilität in der City-Logistik
  • Verkehrsmanagement und -planung
  • Navigation und Tourenplanung
  • Geschäftsmodelle und Akzeptanz
  • Monitoring der verkehrlichen und ökologischen Auswirkungen
  • Intelligente und mobile Warenübergabesysteme
  • Logistische Mehrzwecknutzung von Gebäuden und Flächen

Cargobikes – alternatives Transportmittel in der Zustellung

© Foto Ints / Fotolia.com

In dichten, urbanen Zentren können Cargobikes einen Beitrag zur Nachhaltigkeit und Verbesserung der Lebensqualität leisten, da sie Verkehrswege entlasten und sich emissionsfrei bewegen. Auch der Flächenverbrauch für ihre Bereitstellung sowie für Halte zum Be- und Entladen ist deutlich geringer als in der klassischen Zustellung per Lieferwagen, sodass hierdurch die Aufenthaltsqualität in Innenstadtbereichen gesteigert werden kann. Richtig eingebunden in komplexe Mobilitätsketten können Transporträder den Umweltverband stärken und zur Vermeidung klimawirksamer Emissionen beitragen. Aufgrund der geringen Nutzungshürden bieten sich Transporträder darüber hinaus für die Etablierung neuer Konzepte, zum Beispiel auf Leih- oder Sharingbasis an, um den potenziellen Nutzerkreis zu erweitern.

Die AG Fraunhofer-Mobility untersucht ökonomische und technologische Szenarien für den Einsatz von Cargobikes in der urbanen Logistik und Mobilität.

 

Beispielprojekt:

Das Lastenrad als regionales Mobilitätsangebot (Projektseite, Fraunhofer IML) – Projekt zur Ermittlung von Voraussetzungen, Strategien und Potenzialen der Förderung und Etablierung von Lastenrad-Verleihsystemen in der Metropolregion Frankfurt.

Intelligente Güterverkehre durch Gütermobilität 4.0

© Foto eyetronic / Fotolia.com

Gütermobilität ermöglicht selbstgesteuerte Verkehre unter Verwendung innovativer und zukunftsweisender Technologien. Den Akteuren entlang der Transportkette eröffnen sich neue Möglichkeiten zur Prozesssteuerung und -optimierung durch Übertragung innovativer Technologien und Prinzipien der Industrie 4.0 auf den außerbetrieblichen Güterverkehr. Auf diese Weise können Akteure im Transportwesen effektiv zusammenarbeiten und die Effizienz steigern. Bausteine der Gütermobilität 4.0 sind vollautomatisierte Mobilitätssysteme, u.a. durch den Einsatz von Elektromobilität zur Verbesserung der urbanen Wirtschaftsverkehre, Augmented Reality, Synchromodalität (Selbststeuernde Ladeeinheiten), hochautomatisiertes Fahren im Güterverkehr und intelligenter Infrastruktur (Smart Infrastructure) sowie datenbasierter Tools und Produkte.

Die AG Fraunhofer-Mobility entwickelt hierfür anwendungsspezifische Lösungen für Marktstudien, Anwendungspotentiale, Migrationsstrategien und Prozessoptimierung.

 

Beispielprojekte:

Innovationslabor Hybride Dienstleistungen in der Logistik (Projektseite, Fraunhofer IML) – Innovationslabor zur Gestaltung und Analyse neuer Formen von Dienstleistungen sowie Mensch-Technik-Interaktionen.

Smart Container Chain Management (Broschüre PDF, Fraunhofer IML) – Projekt, gefördert von der Europäischen Kommission, zur Entwicklung eines modernen, kostensenkenden sowie sicherheits- und effzienzsteigernden Management von Seecontainern.

Zukunftsbild "Logistik und Mobilität in Hessen 2035" (Projektseite, Fraunhofer IML) – Studie in Zusammenarbeit mit der HOLM GmbH zur Erstellung eines Zukunftsbildes der Logistik und Mobilität in Hessen im Jahr 2035.

Transportlogistik 4.0

© Foto industrieblick / Fotolia.com

Im Überschneidungsbereich von Transport und Logistik mit Digitalisierung, Automatisierung, Technologieeinsatz und innovativen Konzepten entsteht die Transportlogistik 4.0. Dabei werden bei der Be- und Entladung sowie aus den Transportprozessen Daten erfasst und ausgewertet und zeitnah in ein digitales Abbild umgewandelt. Anschließend werden sie mit zusätzlichen Informationen aus IT- oder Kamerasystemen und Sensoren verknüpft, um in Echtzeit Maßnahmen abzuleiten oder selbststeuernde Teilsysteme aufzubauen. Das Ziel ist eine effiziente, dezentral organisierte, flexible und agile Transportabwicklung.

Die Verkettung und Vernetzung sämtlicher Prozessbeteiligter wird zum Schlüsselfaktor zukünftiger Planung von Transportprozessen in Logistikdienstleistung, Industrie und Handel. Im Projekt „Transportlogistik 4.0“ schafft die AG Fraunhofer-Mobility einen Überblick über genutzte Technologien und Konzepte, identifiziert den Umsetzungsstand und die ersten Umsetzungswellen der Transportlogistik 4.0.

 

Beispielprojekt:

Transportlogistik 4.0 - Digitalisierung von Transport und Logistik (Projektseite, Fraunhofer SCS) – Projekt zur Untersuchung der Bedeutung der Transportlogistik 4.0 für die Logistikbranche.

Elektrische LKW für die emissionsfreie und leise Stadtbelieferung

© Foto chesky / Fotolia.com

Durch die zunehmend beschränkten Zufahrtsmöglichkeiten in Innenstädten ergeben sich für Wirtschaftsverkehre neue Herausforderungen. Die schrittweise Verschärfung der Einfahrtsbeschränkungen, u. a. durch Umweltzonen, schließt teilweise bereits Dieselfahrzeuge von der Einfahrt in Innenstadtbereiche aus. Die Elektromobilität bietet eine gute Möglichkeit, angepasste Fahrzeuge für urbane Lieferverkehre zur Verfügung zu stellen. Durch die Art der Verkehre sind keine großen Reichweiten der Fahrzeuge nötig. Die momentane Technologie ist daher bereits für urbane Lieferverkehre nutzbar. In der Stadt sind die Routen kurz, Kraftstoffverbrauch und Verschleiß von Verbrennungsmotoren besonders hoch. Gerade im dichten Verkehr der Stadt spielen elektrische LKW daher ihre Stärken aus und zeigen ein hohes Potenzial zur Vermeidung von Emissionen, aber auch zur Einsparung von Kraftstoffkosten.

Die AG Fraunhofer-Mobility untersucht Einsatzszenarien und Geschäftsmodelle für elektrische LKW, die sowohl Stadtluft sauberer als auch Zustellung kostengünstiger machen.

 

Beispielprojekte:

ELMO Elektromobile Urbane Wirtschaftsverkehre (Projektseite, Fraunhofer IML) - Projekt, welches den Einsatz von elektromobilen Auslieferungsfahrzeugen in der Innenstadt erprobt und verbessert.

GeNaLog Geräuscharme Nachtlogistik durch Elektromobilität (Projektseite, Fraunhofer IML) - Projekt, in dem die Eignung von Elektrofahrzeugen für eine emissionsarme Nachtbelieferung und von neuen Logistikkonzepten untersucht werden.

EN-WIN Elektromobile Nutzfahrzeuge wirtschaftlich und nachhaltig einsetzen (Projektseite, Fraunhofer IML) - Ein durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit beauftragtes Projekt.