Fraunhofer Lunch

»Autonomes Fahren: Wie Deutschland auf die Überholspur kommt«

Am 22. April 2026 haben wir als Fraunhofer-Allianz Verkehr zu einem parlamentarischen Lunch in den Deutschen Bundestag eingeladen, um gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Forschung und Wirtschaft über Wege zur beschleunigten Einführung autonomer Mobilität in Deutschland zu diskutieren und zentrale Herausforderungen sowie konkrete Lösungsansätze in den Fokus zu rücken.

Im Zentrum stand die Frage, wie hochautomatisierte und autonome Fahrzeuge als Innovations- und Wirtschaftstreiber stärker zur Geltung kommen können. Aus unserer Sicht verfügt Deutschland über hervorragende technologische Kompetenzen, muss jedoch den Transfer in die Anwendung konsequenter vorantreiben.

Nach der Begrüßung durch Lisa Schwietzke betonten Prof. Dr. Bernd Valeske und Prof. Dr. Peter Liggesmeyer die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen Forschung, Industrie und Politik. Ein besonderer Dank gilt Dr. Jonas Geissler, MdB, der die Veranstaltung als Schirmherr begleitet und mit seiner Unterstützung diesen wichtigen Dialog zum autonomen Fahren ermöglicht hat.

In ihren Impulsen verdeutlichten Prof. Dr. Sanaz Mostaghim und Dr. Miriam Ruf, dass autonome Mobilität als Teil eines integrierten Gesamtsystems gedacht werden muss. Besonders hervorgehoben wurde die Rolle von Modellregionen als entscheidender Hebel: Sie schaffen reale Erprobungsräume, fördern Standardisierung und ermöglichen skalierbare Lösungen.

Die Diskussion zeigte zugleich zentrale Hemmnisse auf: Neben technologischen Herausforderungen bremsen insbesondere regulatorische Unsicherheiten, hohe Erprobungsaufwände und fragmentierte Förderstrukturen die Entwicklung. Deutschland setzt bislang zu stark auf Einzelprojekte – notwendig ist hingegen eine koordinierte, ressortübergreifende Strategie um Forschungsergebnisse schneller in marktfähige Anwendungen zu überführen.

Mit unserem vorgestellten Fraunhofer Spotlight-Papier brachten wir konkrete Handlungsempfehlungen in die Debatte ein. Dazu zählen der Aufbau großskaliger Modellregionen, innovationsfreundliche regulatorische Rahmenbedingungen sowie die gezielte Förderung von Mobility-as-a-Service-Angeboten, insbesondere im ländlichen Raum. Auch die Stärkung von Transferstrukturen und standardisierten Plattformlösungen haben wir als zentral hervorgehoben.

Fazit: Autonomes Fahren bietet erhebliche Potenziale für wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltige Mobilität. Um diese zu realisieren, braucht es jetzt entschlossenes Handeln, klare politische Leitplanken und eine konsequente Verzahnung von Forschung, Anwendung und Regulierung.